Mit Blick auf die laufende Urabstimmung der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) über unbefristete Streiks und vor dem Hintergrund der für Freitag, 4. März von 8.30 Uhr bis 11.30 Uhr angekündigten Warnstreiks, fordert der Geschäftsführer der Nord-Ostsee-Bahn (NOB), Andreas Winter, die GDL zu einem verantwortungsvollen Umgang mit dem Streikrecht auf. Der NOB-Chef kritisiert das bisherige Streikverhalten der Gewerkschaft. „Die GDL nutzt die machtvolle Position der Lokführer im Führerstand dazu aus, überzogene Forderungen mit aller Gewalt durchzusetzen", sagt Winter.
Die NOB war von den bisherigen Warnstreiks massiv betroffen. Am 25. Februar fielen während des Warnstreiks nahezu 100 Prozent der NOB-Züge aus. Aufgrund der Abhängigkeit der Insel Sylt vom Bahnverkehr über den Hindenburgdamm forderte der Geschäftsführer die GDL außerdem auf, über Notverkehre zu verhandeln. „Die NOB gewährleistet die Grundversorgung der Insel Sylt. Neben tausenden Fahrgästen, darunter viele Berufspendler, befördern wir beispielsweise auch lebensrettende Blutkonserven für Kliniken auf die Insel. Die GDL ist gesetzlich verpflichtet, einen Notverkehr zu gewährleisten."
Darüber hinaus fordert Winter die GDL auf, fair mit arbeitswilligen Kollegen umzugehen. Winter weiter: „Es fällt uns schwer, diesen Streik nachzuvollziehen, denn wir sind weiterhin absolut verhandlungsbereit. Es liegt an der GDL, unsere wiederholt ausgesprochene Verhandlungseinladungen endlich anzunehmen."
Hintergrund
Mit den Zügen der NOB pendeln täglich mehrere tausend Arbeitnehmer nach Sylt und zurück in ihre Wohnorte auf dem Festland. Eine Straßenverbindung auf die Nordseeinsel gibt es nicht. Daher kann für die Fahrgäste kein Ersatzverkehr mit Bussen eingerichtet werden.
Christiane Lage
Pressesprecherin
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