NOB erneut von GDL bestreikt: Streikankündigung für 3. September ab 2.30 Uhr

NOB-Geschäftsführerin Sandow: „GDL-Streik in der Annäherungsphase völlig unverständlich“

Kiel, 02.09.2011

Die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) hat kurzfristig angekündigt, ab 3. September (2.30 Uhr) die Nord-Ostsee-Bahn (NOB) zu bestreiken. Die Dauer des Streiks hat die Gewerkschaft bislang noch nicht mitgeteilt. Dieser Streik führt zu Beeinträchtigungen bei der NOB: Der Basisfahrplan gilt schnellstmöglich, voraussichtlich bereits ab Streikbeginn, spätestens jedoch ab Sonntag, 4. September.

Bei Martina Sandow, Geschäftsführerin der NOB, stößt der neuerliche Streikaufruf auf Unverständnis: „Gerade in der Phase der Annäherung ruft die GDL völlig unverständlich unsere Mitarbeiter zum Streik auf: Erst lässt die Gewerkschaft das von uns initiierte Schlichtungsverfahren platzen. Danach haben wir eigentlich erwartet, dass sich GDL-Chef Weselsky an seine mündlich signalisierte Kompromissbereitschaft zu einer vorbedingungsfreien Schlichtung erinnert und mit uns weiter verhandelt. Stattdessen wird die NOB erneut bestreikt. Damit schwindet meine Hoffnung auf eine baldige Beilegung des Konflikts.“
 
Die NOB hatte der GDL bereits im März dieses Jahres ein überarbeitetes Angebot mit u.a. einer Lohnsteigerung von rund 5 Prozent und einer zusätzlichen Einmalzahlung unterbreitet, welches die GDL jedoch abgelehnt hat. Zurzeit finden keine Verhandlungen statt, da die GDL das aktuelle Angebot darüber hinaus auch nicht als Einstieg in Verhandlungen akzeptiert. Die GDL, die als Spartengewerkschaft ausschließlich die Lokführer vertritt, möchte zudem einen bundesweiten Rahmenlokführer-Tarifvertrag mit Löhnen auf DB-Niveau abschließen; die NOB als regionales Unternehmen verhandelt jedoch ausschließlich auf Haustarif-Ebene. Am 4. Juli 2011 hatte die NOB dem Bundesvorstand der GDL vorgeschlagen, gemeinsam in ein Schlichtungsverfahren einzutreten. Die NOB stellt an dieses Verfahren keine Vorbedingungen, um eine Basis für einen erfolgreichen Abschluss und zur Lösung des Tarifkonflikts zu schaffen. Vorgespräche zu einem Schlichtungsverfahren wurden von der GDL im August 2011 abgebrochen. Bislang ist daher ein Schlichtungsverfahren nicht zustande gekommen.

Mit der größeren der beiden Bahngewerkschaften, der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft EVG, hat die NOB im Juni dieses Jahres einen Haustarifvertrag abgeschlossen. Geschäftsführerin Sandow dazu: „Die EVG vertritt berufsübergreifend alle Angestellten und garantiert einen fairen Tarifabschluss für alle Beschäftigten.“

Der Basisfahrplan ist ein Auszug aus dem regulären Fahrplanangebot der NOB. Er beinhaltet auf den Strecken Kiel – Husum und Husum – Bad St. Peter-Ording einen 2-Stunden-Takt. Ergänzend werden Busse eingesetzt. Auf der Strecke Kiel – Eckernförde werden alle Fahrten der NOB durch Busse ersetzt. Auf der Strecke Hamburg – Westerland fährt die NOB einen 2-Stunden-Takt und zusätzlich wichtige Pendlerzüge von und zur Insel.

Aktuelle Informationen erhalten Fahrgäste unter www.nord-ostsee-bahn.de sowie über das Servicetelefon unter 0180/1018011 (3,9 Ct./Min. aus dem deutschen Festnetz, max. 42 Ct./Min. aus dem Mobilfunknetz). Aufgrund der Vielzahl der Anfragen kann es zu längeren Wartezeiten kommen. Die NOB bittet um Verständnis.
Die Strecken der NOB: Hamburg/Altona – Westerland, Kiel – Husum, Husum – Bad St. Peter-Ording sowie Kiel – Eckernförde.



Pressesprecherin

Christiane Lage

Christiane Lage
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