Wie die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) kurzfristig soeben bekannt gab, wird der aktuelle GDL-Streik bei der Nord-Ostsee-Bahn (NOB) am 8. September um 2.30 Uhr beendet. Begonnen hatte der Streik am 3. September um 2.30 Uhr. Nach dem Ende des Streiks nimmt die NOB schnellstmöglich den regulären Betrieb wieder auf.
Aktuelle Informationen zum laufenden Betrieb erhalten Fahrgäste unter www.nord-ostsee-bahn.de sowie über das Servicetelefon unter 0180/1018011 (3,9 Ct./Min. aus dem deutschen Festnetz, max. 42 Ct./Min. aus dem Mobilfunknetz). Aufgrund der Vielzahl der Anfragen kann es zu längeren Wartezeiten kommen. Die NOB bittet um Verständnis.
Die NOB hatte der GDL bereits im März dieses Jahres ein überarbeitetes Angebot mit u.a. einer Lohnsteigerung von rund 5 Prozent und einer zusätzlichen Einmalzahlung unterbreitet, welches die GDL jedoch abgelehnt hat. Zurzeit finden keine Verhandlungen statt, da die GDL das aktuelle Angebot darüber hinaus auch nicht als Einstieg in Verhandlungen akzeptiert. Die GDL, die als Spartengewerkschaft ausschließlich die Lokführer vertritt, möchte zudem einen bundesweiten Rahmenlokführer-Tarifvertrag mit Löhnen auf DB-Niveau abschließen; die NOB als regionales Unternehmen verhandelt jedoch ausschließlich auf Haustarif-Ebene. Am 4. Juli 2011 hatte die NOB dem Bundesvorstand der GDL vorgeschlagen, gemeinsam in ein Schlichtungsverfahren einzutreten. Die NOB stellt an dieses Verfahren keine Vorbedingungen, um eine Basis für einen erfolgreichen Abschluss und zur Lösung des Tarifkonflikts zu schaffen. Vorgespräche zu einem Schlichtungsverfahren wurden von der GDL im August 2011 abgebrochen. Bislang ist daher ein Schlichtungsverfahren nicht zustande gekommen.
Mit der größeren der beiden Bahngewerkschaften, der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft EVG, hat die NOB im Juni dieses Jahres einen Haustarifvertrag abgeschlossen. Geschäftsführerin Sandow dazu: „Die EVG vertritt berufsübergreifend alle Angestellten und garantiert einen fairen Tarifabschluss für alle Beschäftigten."
Die Gefahr von ad hoc GDL-Streiks besteht weiterhin (Ankündigung durch die Gewerkschaft derzeit rund 1 Stunde vor Streikbeginn). Bei einem neuerlichen Streik gilt der Basisfahrplan. Der Basisfahrplan ist ein Auszug aus dem regulären Fahrplanangebot der NOB. Er beinhaltet auf den Strecken Kiel – Husum und Husum – Bad St. Peter-Ording einen 2-Stunden-Takt. Ergänzend werden Busse eingesetzt. Auf der Strecke Kiel – Eckernförde werden alle Fahrten der NOB durch Busse ersetzt. Auf der Strecke Hamburg – Westerland fährt die NOB einen 2-Stunden-Takt und zusätzlich wichtige Pendlerzüge von und zur Insel.
Die Strecken der NOB: Hamburg/Altona – Westerland, Kiel – Husum, Husum – Bad St. Peter-Ording sowie Kiel – Eckernförde.
Christiane Lage
Pressesprecherin
Ansprechpartnerin für Journalisten sowie für Medienvertreter (Dreh- und Fotogenehmigungen).